Schach spielen – ein Klassiker, der Geduld und Strategie fordert

Schon seit Jahrhunderten fasziniert Schach die überall auf der Welt. Wie kein anderes schlägt das Spiel der Könige Brücken zwischen den Generationen, den Kulturen, den Religionen und den Geschlechtern. Dank des digitalen Zeitalters ist es heute einfach, Schach spielen zu lernen. Die Regeln sind relativ einfach und überschaubar, aber sie richtig anzuwenden, um den Gegner matt zu setzen, erfordert viel und strategisches Denken.

Ein abwechslungsreiches Spiel

Schach ist ein Spiel, das nie langweilig wird, denn es gibt unendlich viele Möglichkeiten, die Figuren auf dem Brett zu bewegen. 64 Felder hat dieses Brett und 32 Figuren sind im Spiel. Schach spielen heißt, sich aus einer Situation befreien zu können, die eigentlich aussichtslos war. Das Gefühl, den Gegner mit einem Zug ins Grübeln gebracht zu haben, ist ein sehr gutes Gefühl. Selbst wer beim Spiel schon als sicherer Sieger aussieht, kann das Spiel der Könige doch noch verlieren. Im Schach ist eben alles möglich. Wer das Spielfeld zum ersten Mal sieht, wird darauf wahrscheinlich keine Ordnung finden. Manche Figuren wirken bedrohlich, andere wiederum harmlos. Im Spiel kann sich diese Ordnung aber sehr schnell ändern. Genau deshalb ist Schach spielen so faszinierend.

Schach und seine Geschichte

Die Ursprünge des klassischen Schachspiels sind in Indien zu finden. „Chaturanga“ wurde die Urform des Spiels genannt, wie genau es gespielt wurde und wie viele Figuren auf dem Brett waren, ist leider nicht bekannt. In der Spätantike wurde Schach ebenso wie Backgammon bevorzugt an den Königshöfen gespielt. Nachdem die Araber Persien erobert hatten, wurde das Schachspiel schnell verbreitet und kam im 13. Jahrhundert auch nach Europa. Die Regeln, die bis heute Gültigkeit haben, wurden im 15. Jahrhundert festgelegt. Festgelegt wurden die Gangarten für die Dame, die Läufer sowie der doppelte Schritt der Bauern und es gab erstmals die sogenannte Rochade.

Seit dem 19. Jahrhundert ist das Strategiespiel ein fester Bestandteil der bürgerlichen Kultur und 1886 wurde die erste Weltmeisterschaft ausgetragen. Das Match des Jahrhunderts fand aber erst 1972 statt, als der Amerikaner Bobby Fischer und der Russe Boris Spasski gegeneinander antraten. Bobby Fischer konnte dieses legendäre Duell für sich entscheiden.

Die unterschiedlichen Figuren

Schach spielen bedeutet, die verschiedenen Figuren so über das Brett zu ziehen, dass es möglich wird, dem Gegner Figuren abzunehmen. Gespielt wird mit sechs verschiedenen Figurengruppen, jeweils 16 Figuren in Weiß und 16 in Schwarz. Die wichtigste Figur im Spiel der Könige ist natürlich der König, den die anderen Figuren schützen müssen. Er ist die einzige Figur, die nicht geschlagen werden kann. Die wertvollste Figur beim Schach spielen ist jedoch die Dame, sie kann sich nach Belieben auf dem Schachbrett bewegen und die gegnerischen Figuren angreifen. Der Turm ist zweimal vertreten und wie die Dame eine sogenannte Schwerfigur. Bewegt werden kann er nur senkrecht und waagerecht.

Die Läufer gehören zu den Leichtfiguren und können diagonal auf dem Schachbrett bewegt werden. Ebenfalls eine Leichtfigur ist der Springer, der die Form eines Pferdekopfes hat. Er kann nur zwei Felder nach vorn und ein Feld zur Seite bewegt werden. Die einfachen Soldaten im Schachspiel sind die Bauern. Was die möglichen Züge betrifft, haben sie aber eine besondere Rolle: Als einzige Figur wird der Bauer immer nur in Richtung des Gegners gezogen. Jeder Spieler hat acht Bauern, deren Aufgabe es ist, den König zu verteidigen.

Die Aufteilung der Figuren

Auf dem Schachbrett bilden die beiden Türme die Außenposten, sie stehen links und rechts am Rand. Die Springer haben ihren neben den Türmen, dann folgen die Läufer. Neben dem linken Läufer ist der Platz des Königs, ihm zur Seite steht die Dame. Die Partie wird traditionell mit einer weißen Figur begonnen. Beim ersten Zug eines Bauern darf dieser zwei Felder vorrücken, später ist es dann nur noch ein Feld.

Was ist eine Rochade?

Beim Schach spielen ist die sogenannte Rochade eine sehr wichtige Sonderregel oder ein ganz spezieller Zug. In jedem Spiel darf dieser von jeder Seite nur einmal durchgeführt werden, und das nur unter bestimmten Bedingungen. Jede Rochade wird in einem Zug durchgeführt, beteiligt sind immer der König und einer der beiden Türme. Die Rochade ist der einzige Zug, bei dem zwei Figuren zur gleichen bewegt werden dürfen.

Kommt der König in Bedrängnis, dann kann er mit einem der Türme seinen Platz tauschen. Voraussetzung für den Platztausch ist aber, dass weder der Turm noch der König zuvor bewegt wurden. Die Rochade dient praktisch dazu, den König in Sicherheit zu bringen.

Schach spielen vom Remis und Patt bis zum Schachmatt

Schach spielen hat immer nur das eine Ziel, den König so sehr in Bedrängnis zu bringen, dass er aus einem Angriff nicht mehr herauskommt. Ist der „Tod“ des Königs nicht mehr zu verhindern, dann heißt es: Schachmatt. Das Wort stammt aus dem persischen und bedeutet so viel wie „der König wurde besiegt“. Auch beim Schach gibt es ein Unentschieden, in diesem Fall heißt es Patt. Ein Patt tritt immer dann in Kraft, wenn beide Spieler keinen gültigen Zug mehr machen können. Dabei muss der König nicht im Schach stehen und ein Matt muss auch nicht vorliegen. Kommt es zu einem Patt, dann spielt es keine Rolle, wie viele Figuren sich noch auf dem Spielfeld befinden.

Neben dem Patt gibt es noch ein Remis, eine besondere Form des Unentschiedens.

Eine Schachpartie endet Remis, wenn:

  • Kein Spieler den anderen matt setzen kann.
  • 50 Züge lang keine Figur geschlagen wurde.
  • Sich beide Spieler darauf einigen.

Video: Schach als Hobby – Was ist das eigentlich?

Schach als Hobby - Was ist das eigentlich? | Kurzdoku

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Fazit zum Hobby Schach spielen

Wer erfolgreich Schach spielen will, muss in der Lage sein, strategisch zu denken. Leider reicht es nicht aus, nur die eigenen möglichen Züge im Voraus zu planen, ein guter Schachspieler überlegt zudem, welche Züge der Gegner machen könnte. Er muss nicht nur für sich selbst eine Strategie zurechtlegen, sondern auch versuchen, seinen Gegenspieler so früh wie möglich zu durchschauen. Was könnte dieser planen? Wie wird ein Angriffsversuch aussehen und wo gibt es eventuell Lücken, um sich selbst besser in Position zu bringen? Nur wer das Spiel seines Gegenübers „lesen“ kann, wird eine echte Chance haben, die Partie für sich zu gewinnen. Weniger geübte Spieler stürmen einfach nach vorn und wundern sich dann, dass sie nach nur drei Zügen ein Schäfermatt kassieren.

Bild: @ depositphotos.com / GeneGlavitsky

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Tommy Weber
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