Punch Needle – die etwas andere Art zu sticken

Sticken ist ein beliebtes Hobby und da es viele verschiedene Arten des Stickens gibt, kommt keine Langeweile auf. Eine ganz besonders schöne Art des Stickens heißt Punch Needle, bekannt ist sie auch unter dem Namen Rug Hooking. Was genau ist Punch Needle? Bei dieser Form wird nicht einfach nur gestickt, es wird vielmehr ein attraktiver 3D-Effekt erzeugt. Wer sticken kann, wird sich mit dieser speziellen Form schnell anfreunden und damit Kissen und Taschen verzieren oder tolle Wandbilder kreieren.

Wichtig zu wissen

Wer mit dem Hobby Punch Needle beginnen möchte, sollte sich zuvor gründlich informieren. Beispielsweise müssen die Nadel und die Wolle zusammenpassen. Falls das nicht der Fall ist, dann entsteht kein schönes Bild, sondern nur ein wildes Durcheinander von bunten Fäden. Bei dieser Art zu sticken gilt: Je größer die Nadel ist, umso dicker muss das Garn sein, denn dicke Wolle sorgt für die besonderen Effekte.

Beim Kauf der Nadel ist darauf zu achten, dass es ein Modell mit mehreren unterschiedlichen Stufen ist, was sich in der Länge verstellen lässt. Ist die Nadel lang, dann werden die Schlaufen größer. Viele Nadeln haben aber eine feste Länge, die sich nicht verändern lässt.

Stoff und Rahmen

Soll das Muster besonders auffällig sein, dann ist es wichtig, mit unterschiedlich großen Schlaufen zu arbeiten und innerhalb des Motivs zu variieren. Der sogenannte Plattstich, der normalerweise auf der Rückseite zu sehen ist, kann dafür wunderbar eingesetzt werden. Dazu den Stoff aus dem Rahmen nehmen und ihn andersherum wieder einspannen. Der Stoff selbst sollte locker gewebt sein. Besonders gut geeignet für Punch Needle ist der sogenannte Mönchsstoff, er besteht aus Leinen und seine Struktur macht ihn ideal für die Stickwolle.

Der Rahmen beim Punch Needle kann wahlweise rund oder eckig sein. Wenn der Stoff in den Rahmen gespannt wird, ist es wichtig, darauf zu achten, dass er nicht zu locker sitzt. Eine gewisse Spannung macht das Sticken einfacher. Die vordere Seite, auf der gestickt wird, ist später die Rückseite.

Die passende Wolle für das Punch Needle sticken

Nadel und Faden müssen aufeinander abgestimmt sein. Ist die Nadel zu dick, dann rutscht der Faden immer wieder heraus. Ist die Nadel hingegen zu dünn, dann wird es schon beim Einfädeln Probleme geben, weil der Faden immer wieder feststeckt. Die Wolle darf weder zu rutschig noch zu glatt sein, daher wird traditionell mit 100 Prozent reiner Schafwolle gestickt. Diese Wolle hat den großen Vorteil, dass sie durch die raue Oberfläche der Stofffasern gut gehalten wird und nicht so schnell wieder herausrutschen kann. Stoffe aus Seidengemisch sehen zwar edel aus und sind aufgrund der Synthetikfasern auch leicht zu pflegen, sie machen aber das Sticken um einiges schwieriger.

Wer alles richtig machen will, kann auch ein komplettes Set kaufen, bestehend aus Stoff, verschiedenen Nadeln, einem Rahmen und einer Auswahl Wolle.

Richtig einfädeln

Das richtige Einfädeln beim Punch Needle unterscheidet sich je nach Modell der Nadel. Bei den Nadeln, die an der Seite einen kleinen Schlitz haben, wird der Faden seitlich hineingezogen und anschließend oben durch das Nadelöhr geführt. Zu anderen Nadeln gibt es eine Einfädelhilfe. Diese wird durch die Nadel nach oben und dann nach unten durch die Drahtschlaufe geführt. Dort wird die Wolle ein Stück durchgezogen und festgehalten, um die Einfädelhilfe wieder herausziehen zu können.

Neben der Nadel, dem Rahmen und dem Stoff werden für das Hobby Punch Needle ein Textilkleber und bei Bedarf noch ein Markierstift benötigt.

Wie funktioniert Punch Needle?

Nachdem der Stoff in den Rahmen gespannt wurde und die Nadel einsatzbereit ist, kann es losgehen:

  • Im ersten Arbeitsschritt die Nadel so halten, dass die flache Öffnung immer nach oben und die Spitze nach unten zeigt. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass der Faden immer locker hängt.
  • Jetzt die Nadel an die vorher markierte Stelle setzen und in den Stoff stechen.
  • Entlang der Markierung werden dann weitere kleine Stiche gemacht, wobei die Nadel immer Kontakt zum Stoff haben sollte und über diesen gezogen wird.
  • Angefangen wird immer mit den äußeren Linien, erst danach folgen die innen liegenden Teile des Motivs.
  • Die Stiche in der zweiten Reihe werden stets versetzt zur ersten Reihe gestickt.
  • Ist eine Arbeit fertig, wird der Faden so nahe wie möglich am Stoff abgeschnitten, dann mit dem Textilkleber eine feine Klebespur auftragen und trocknen lassen.
  • Wenn der Stoff im Rahmen bleibt, diesen lösen und andersherum wieder einspannen. Die wunderschönen Effekte zeigen sich auf der Vorderseite.
  • Überhängender Stoff wird bis auf wenige Zentimeter zurückgeschnitten und anschließend auf der Rückseite festgeklebt.

Motive selbst entwerfen

Der und Fantasie sind beim Punchen keine Grenzen gesetzt. Wer nicht nach vorgedruckten Motiven sticken möchte, kann seine Wunschmotive natürlich auch selbst entwerfen. Dazu das zunächst auf ein Blatt und anschließend auf den Stoff übertragen. In Handarbeitsgeschäften gibt es dazu spezielle Stifte, mit denen auf Stoff gezeichnet werden kann. Anschließend wird die Wolle in den verschiedenen ausgesucht und dann kann man starten.

Was macht Punchen so besonders?

Im Vergleich zum klassischen Sticken ist Punchen nicht ganz so einfach, denn es dauert eine Weile, bis die Technik einfach von der Hand geht. Vor allem ist es nicht ganz so leicht, die Nadel immer direkt über dem Stoff laufen zu lassen, damit sie nicht wieder herausrutschen kann. Ebenso schwierig ist es am Anfang, den richtigen Abstand zwischen den einzelnen Schlaufen zu halten. Sitzen die Schlaufen zu dicht, dann kann es passieren, dass das ursprünglich geplante Muster nicht mehr so gut zu erkennen ist.

Video: PUNCH NEEDLE für Anfänger einfach erklärt

PUNCH NEEDLE für Anfänger einfach erklärt

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Fazit zum Hobby Punch Needle

Punchen ist für alle zu empfehlen, die gerne sticken und mal etwas Neues ausprobieren wollen. Mit etwas Geduld ist diese Form des Stickens relativ leicht zu erlernen und die Anschaffungskosten halten sich bei diesem kreativen Hobby in Grenzen. Wer vielleicht noch Reste aus echter Schafwolle vom Stricken übrig hat, kann zusammen mit der passenden Nadel farbenfrohe Motive auf Kissenbezüge oder Wandbilder zaubern. Die ersten Versuche sollten zunächst nicht allzu groß ausfallen, um ein Gefühl für das Punchen zu bekommen. Später können es attraktive Sitzkissen, Wandteppiche und schicke Taschen sein, die durch diese Handarbeit entstehen. Aktuell beliebt sind hauptsächlich Taschen mit ausgefallenen Mustern und in bunten Farben.

Bild: @ depositphotos.com / UlianaZakrevska

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Tommy Weber
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