Hobby: Klöppeln

Das Hobby Klöppeln – entspannend und kreativ

Wer das Klöppeln erlernen will, wird schnell feststellen, dass dieses Hobby fordert, aber zugleich auch sehr entspannend sein kann. Vor dem Klöppelkissen zu sitzen und zu erleben, wie eine wunderschöne Spitze entsteht, ist die Mühe wert, die diese Handarbeit erfordert. Was das Hobby Klöppeln aber so besonders macht, ist, dass man praktisch nie aufhört, zu lernen. Der eigenen Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Immer wieder kommen neue Entwurfstechniken dazu und so entstehen aus zarten Spitzen Tischdecken und Kissenbezüge, aber auch filigrane Bilder.

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Das genau ist das Hobby Klöppeln?

Klöppeln verlangt ein hohes Maß an Konzentration, denn geklöppelt wird in einem systematischen Wechsel aus verdrehen und verkreuzen, verknüpfen und verschlingen der Fäden. Das Ergebnis des Klöppelns ist echte Spitze und wer nach einem bestimmten Muster klöppelt, arbeitet nach einem sogenannten Klöppelbrief. Wie viel dieser Klöppelbrief wert ist, hängt immer von der künstlerischen Gestaltung ab. Mathematische sowie geometrische Berechnungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Neben dem eigentlichen Klöppeln gilt der Entwurf des Klöppelbriefs als eine besonders hohe Kunst des Gestaltens.

Für die Klöppelbriefe gibt es sogar ein Urheberrecht. Obwohl es eine Vielzahl „Handklöppler“ gibt, sind jedoch nur sehr wenige in der Lage, neue Muster zu entwickeln und zu entwerfen.

Wie funktioniert Klöppeln?

Das Hobby Klöppeln ist im Grunde nicht schwierig, aber es erfordert sehr viel Konzentration. An einem Klöppelkissen oder einer Klöppelrolle sind die Klöppel in der Regel immer paarweise befestigt. Zum Klöppeln werden dann mindestens zwei Paar Klöppel durch ständiges Drehen und Kreuzen der Klöppel miteinander so verflochten, dass schließlich ein Muster entsteht. Je nachdem, um welche Art von Muster und Klöppeltechnik es sich handelt, kann die Zahl der verwendeten Klöppel sogar über hundert Klöppel betragen. Wie viele Klöppel letztendlich im Einsatz sind, darüber gibt der Klöppelbrief Auskunft, denn dort ist das genaue Muster abgebildet. Geübte Klöpplerinnen arbeiten auch ohne Mustervorgabe, sie fertigen sogenannte Freihandspitzen.

Während der Klöppelarbeit wird die entstehende Spitze mit der Hilfe von Stecknadeln auf dem Klöppelkissen fixiert. Ist die Spitze dann fertig, werden die Nadeln vorsichtig wieder entfernt. Geklöppelt wird in der Regel mit Garn aus Leinen, da dieses Garn sehr reißfest ist. Wer möchte, kann noch Garne aus Seide oder Baumwolle für das Hobby Klöppeln verwenden. Besonders edle Spitzen, wie sie Designer verwenden, werden mit Fäden aus Gold oder Silber gearbeitet, für die es spezielle Klöppel gibt.

Die Geschichte des Klöppelns

Zarte Spitzen wurden im 15. Jahrhundert modern und bildeten schnell einen wichtigen Bestandteil der Kleidung. Zunächst trugen nur der Adel, der Klerus und die reichen Kaufleute Kragen und Manschetten aus Spitzen, nach der Französischen Revolution hielten die Spitzen dann Einzug in die bürgerliche Mode. Im 16. Jahrhundert war Italien das führende Land in der Produktion von Spitzen und Venedig entwickelte sich zum Zentrum der Nadelspitzen. In Mailand und Genua wurden die besten Spitzen geklöppelt. Spitzen waren so sehr in Mode, dass sie sogar an Nachthemden und Taschentüchern befestigt wurden.

Vom Italien aus kam die Kunst des Klöppelns anschließend nach Flandern, wo Leinengarn in erstklassiger Qualität gefertigt wurde. Die Spitzen aus Belgien waren bald unübertroffen und die Zentren der Klöppelkunst lagen in Brügge, Antwerpen, Brüssel und Gent. Die Spitzen aus Flandern fielen durch ihre Üppigkeit und ihre barocken Muster besonders auf.

Eine Renaissance

In Deutschland wurde ab der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts geklöppelt. Die besten Spitzen kamen meistens aus dem Erzgebirge, wobei Annaberg das Zentrum war. Aus wirtschaftlicher Not fertigte man hierSpitzen in Handarbeit, die anschließend teuer verkauft wurden. In Frankreich entwickelte sich zu dieser Zeit eine richtige Industrie. Geklöppelt wurde von Frauen und Kindern in den Armen- und Waisenhäusern. Frankreich führte sogar Einfuhrverbote für Spitzen aus Flandern und Italien ein, um die heimische Industrie zu fördern. Bald wurden Spitzen wie Volants übereinander getragen, sie zierten die Bänder der Hauben, es gab üppige Jabots und auch Krawatten aus Spitzen. Nach der Französischen Revolution begann der Niedergang der Spitzen aus Frankreich, da es kaum noch Adelige gab, die sie tragen konnten.

Erst seit dem Ende der 1970er erlebt das Hobby Klöppeln eine Renaissance und es wird wieder mehr mit der Hand geklöppelt, speziell nach alten Vorlagen. Spitzen, die heute die Kleidung zieren, werden hauptsächlich mit der Maschine hergestellt. Spitzenklöpplerinnen aus dem Erzgebirge ist es zu verdanken, dass die Kunst dieses alten Handwerks auch heute noch modern ist.

Berühmte Spitzen

Wer das Hobby Klöppeln für sich entdeckt hat, kann, was die Vorlagen angeht, aus einer Fülle von Spitzenmodellen auswählen:

  • Die Reticella-Spitze stammt aus der Zeit der Renaissance, sie ist verspielt und geometrisch aufgebaut. Da diese Spitze von ihren Figuren lebt, gilt sie als die hohe Kunst beim Hobby Klöppeln.
  • Die Chantilly-Spitze wurde im 16. Jahrhundert in der französischen Stadt Chantilly entwickelt. Bevorzugt werden dabei, aus schwarzem Garn mit floralen Mustern, Spitzenbänder mit zehn Zentimeter Breite geklöppelt.
  • Malerisch ist die berühmte Mailänder Spitze, die sehr üppig und dekorativ ist. Die Blumenranke beherrscht hier das Muster und gearbeitet wird vorwiegend Bandspitze.
  • Die Gimpenspitze stammt aus Spanien. Ihren Namen erhielt diese anspruchsvoll zu arbeitende Spitze durch die Einarbeitung einer sogenannten Gimpe, eines umsponnenen Fadens, der auch als Schnur bezeichnet wird.
  • Im 16. Jahrhundert war die Flechtspitze die erste frei gearbeitete Spitze. Sie wurde und wird bis heute beim Hobby Klöppeln als Saumspitze verwendet.
  • Die Reliefspitze, auch Venise genannt, ist besonders anspruchsvoll und nur etwas für alle, die Übung im Klöppeln haben. Präzision ist hier das oberste Gebot, und was das Motiv angeht, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
  • Spitzen wie die Brüsseler Handklöppelspitze, die auch die Königin der Spitzen genannt wird, ist für alle, die in der Freizeit klöppeln, kein Thema. Diese Spitze stammt aus der Zeit des Barock, sie ist verspielt und zierlich, aber zugleich üppig und wird als sogenannte offene Spitze gearbeitet. Nachbildungen aus der Natur, Fantasieornamente und Figuren zeichnen diese Spitzen aus.

Video: Nicht nur Deckchen – Handarbeitskunst mit Tradition: Klöppeln neu erfinden | Wir in Bayern | BR

Nicht nur Deckchen - Handarbeitskunst mit Tradition: Klöppeln neu erfinden | Wir in Bayern | BR

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Fazit zum Hobby Klöppeln

Wer sich das Hobby Klöppeln als Freizeitbeschäftigung ausgesucht hat, sollte zunächst mit einfachen Mustern und zwei Klöppeln anfangen. Heute werden entweder privat oder in Volkshochschulen Kurse angeboten, wo Interessierte dieses einzigartige Handwerk erlernen können. Klöppeln macht nach wie vor viel Freude, vor allem, wenn die Erste, selbst geklöppelte Spitze fertig ist. Wer sich einmal mit den Grundkenntnissen vertraut gemacht hat, wird dieses Hobby nicht mehr missen wollen.

Bild: @ depositphotos.com / photography33

Tommy Weber
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